Rückblick unserer Aktionen

Mit bunten Aktionen, Demonstrationen und Sternfahrten mischen wir uns in die deutsche und europäische Agrarpolitik ein, machen Protest sichtbar und fördern den gesellschaftlichen Austausch. Außerdem bringen wir mit Veranstaltungen, Diskussionen und gemeinsamem Kochen Menschen aus Stadt und Land zusammen.

Viel Spaß beim Stöbern in unserem Rückblick!

2018

8. Wir haben Agrarindustrie satt!-Demo

„Essen ist politisch!“ 33.000 fordern mehr Tempo bei Agrarwende

Mit einem ohrenbetäubenden Kochtopf-Konzert forderten 33.000 Menschen am 20. Januar zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin die kommende Bundesregierung zu einer neuen Agrarpolitik auf. Die Demonstration zog zum Agrarministergipfel, wo lautstark mehr Tempo bei der Agrarwende gefordert wurde. Der Umbau hin zu einer umwelt-, tier- und klimafreundlichen Landwirtschaft, in der Bäuerinnen und Bauern gut von ihrer Arbeit leben können, darf von der Politik nicht weiter aufgeschoben werden, so die Forderung des Demonstrationsbündnisses. [Fotos Demo]  [Fotos Bauernprotest]

Proteste bei Bayer-Aktionärsversammlung

Mit BaySanto-Pac-Man in Bonn gegen Konzernmacht

Am 25. Mai kam es wieder zu Protesten gegen die Megafusion von Bayer und Monsanto. Rund 200 Personen traten vor der Aktionärsversammlung der Bayer AG in Bonn gegen Konzernmacht ein. Die immer größer werdende Konzernmacht im Agrarsektor bedroht unsere Ernährungssouveränität. Deswegen haben wir im breiten Bündnis deutlich gemacht: Wir brauchen eine bäuerliche, gentechnikfreie Landwirtschaft und die Vielfalt des Saatguts! Mit dabei war auch der pflanzenfressende BaySanto-Pac-Man. [Fotos]

Mia Ham's satt

Der bayrische Wir haben es satt!-Ableger demonstriert wenige Tage vor der bayrischen Landtagswal in München  

Unter dem Motto „Mia ham’s satt“ gingen am 6. Oktober 18.000 Menschen in München auf die Straße. Gemeinsam mit einem Bündnis aus über 80 Organisationen forderten sie eine ökologische, tiergerechte, bäuerliche Landwirtschaft und gesundes Essen. Weitere Themen waren nachhaltige Mobilität, Klimaschutz, lebenswerte Städte und der Erhalt der vielfältigen Kultur- und Naturlandschaft. Dabei waren auch über 20 Traktoren und Motivwägen – unter anderem ein Megastall-Laster und einem Pestizidsarg.

AGrarpolitischer Talk

"Gutes Essen für alle - wie kann das gehen?" - Diskussion beim Stadt Land Food-Festival in der Markthalle Neun

Im Januar fordern wir bei der Wir haben es satt!-Demonstration gutes Essen für alle. Doch wie kann das gehen? Beim agrarpolitischen Frühschoppen haben wir am 7. Oktober mit Vertreter*innen aus Landwirtschaft, Politik und Lebensmittelwirtschaft die folgenden Fragen diskutiert: Wie bekommen Bäuerinnen und Bauern einen fairen Preis für ihre Produkte? Und wie kann gleichzeitig gewährleistet werden, dass gesundes und gut produziertes Essen nicht Luxus für Wenige ist? Die Veranstaltung fand im Rahmen des Stadt Land Food-Festival statt.

2017

7. Wir haben es satt!-Demo

18.000 fordern Wende in der Agrar- und Ernährungspolitik

Am 21. Januar zogen 18.000 Menschen für Bauernhöfe und den tier- und umweltgerechten Umbau der Landwirtschaft durch das Berliner Regierungsviertel. Unter dem Motto „Agrarkonzerne, Finger weg von unserem Essen!“ drückten sie lautstark ihren Protest gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft aus. Die im Bündnis zusammengeschlossenen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Bäuerinnen und Bauern hatten morgens am Landwirtschaftsministerium neun Forderungen zur Bundestagswahl überreicht. Der Tenor des 9-Punkte-Plans: Die gravierenden Krisen in der Landwirtschaft erfordern entschlossenes Handeln statt leerer Versprechen. [Fotos]

Proteste gegen Bayer-Monsanto-Fusion

Breites Bündnis demonstriert vor Bayer-Aktionärsversammlung gegen Megafusion

Am 28. April demonstrierten mehr als 300 Menschen - Bäuerinnen und Bauern im Schulterschluss mit Imker*innen und Verbraucher*innen - in Bonn gegen die geplante Monsanto-Übernahme durch die Bayer-AG. Die Kritik: Bayer-Monsanto kann bei erfolgreicher Fusion als weltweiter Marktführer im Saatgut- und Agrochemiemarkt fast im Alleingang bestimmen, was auf Äckern und Tellern landet. Die Fusion bedroht zudem die bäuerliche Landwirtschaft – in Europa ebenso wie im globalen Süden. Im Rahmen der Protestkundgebung wurden symbolisch Patentscheine und Übernahme-Verträge verbrannt.

Wir haben es satt!-Aktionstour zur Bundestagswahl

Quer durch Deutschland gegen Konzernmacht, Landraub und Tierfabriken

Kurz vor der Bundestagswahl 2017 ging es auf Aktionstour, um an drei Brennpunkten auf die fatalen Auswirkungen der Agrarpolitik unter Agrarminister Schmidt aufmerksam zu machen. Die inakzeptablen Fakten: In deutschen Tierfabriken werden pro Jahr mehr als eine halbe Milliarde Hähnchen geschlachtet, die in Betrieben mit 50.000 oder mehr Tieren großgezogen werden. Hierzulande verfügen elf Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe über mehr als die Hälfte der Agrarflächen und Saatgut- und Pestizidkonzerne wie Bayer und Monsanto wollen immer mehr Kontrolle über unsere Äcker und Teller. [Fotos Konzernmacht][Fotos Landraub][Fotos Tierfabriken]

2016

6. Wir haben Agrarindustrie satt!-Demo

Demonstration zieht angeführt von 130 Traktoren zum Bundeskanzleramt

23.000 Menschen setzten am 16. Januar trotz eisiger Temperaturen in Berlin ein starkes Zeichen gegen die Agrarindustrie. Unter dem Motto "Wir haben Agrarindustrie satt! Keine Zukunft ohne Bäuerinnen und Bauern" zogen sie zum Bundeskanzleramt und forderten von der Bundesregierung die Weichen für eine bäuerliche und ökologischere Zukunftslandwirtschaft zu stellen. Die Forderungen der Demonstrant*innen: Mehr Unterstützung für Bauernhöfe, die umwelt- und klimafreundlich wirtschaften, damit das Recht auf Nahrung weltweit sichern, den ländlichen Raum erhalten, artgerechte Tierhaltung verwirklichen, gentechnikfrei arbeiten und fairen Handel betreiben. [Fotos]

Politischer Suppentopf

Gemeinsam Visionen eines zukunftsfähigen Ernährungssystems in urbanen Räumen entwickeln

Im Februar startete die neue Workshopreihe „Politischer Suppentopf“, die in enger Zusammenarbeit mit dem INKOTA-netzwerk e.V. verwirklicht wird. Diesmal wurden in Erfurt und Biesenthal Initiativen und Interessierte zusammengebracht, die sich in ihren Regionen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und neue Wege der Ernährung einsetzen um gemeinsam Visionen zu entwickeln. Für alle, die den Hunger auf Veränderung spüren und selbst aktiv werden wollen, gibt es den Leitfaden zum Selbermachen zum Download.

 

Linsen und Grinsen

Erster Berliner Agrarslam im Prinzessinengarten

Gute Ernährung mal außergewöhnlich: Melodien so sorgfältig komponiert wie das Gemüse in deiner Suppe. Texte so bissig und scharf wie eine reife Chili. Humor, der dich zum Weinen bringt wie eine frische Zwiebel. Kleine künstlerische Interventionen bearbeiteten beim ersten Berliner Agrar-Slam Linsen und Grinsen die großen Fragen unseres Ernährungssystems und servierten die wilde und kreative Seite von Acker und Teller. In verschiedensten Formaten – ob musikalisch, poetisch, satirisch oder theatral - wurden die Themen Essen und Landwirtschaft auf der Bühne im Prinzessinnengarten lebendig.

 

Landwirtschaft Macht Essen

2. Wir haben es satt!-Kongress in Berlin mit rund 500 Teilnehmenden

Unter dem Motto „Landwirtschaft Macht Essen" lag der Schwerpunkt des Kongresses, der vom 30. September bis zum 3. Oktober in Berlin-Kreuzberg stattfand, auf den Fragen: Woher kommt das Essen? Welche globalen Machtgefüge steuern die Lebensmittelproduktion? Wie kann ein Umbau der Landwirtschaft gestaltet werden? Vier Tage voll mit spannenden Diskussionen, guten Beispielen gelebten Alternativen, Arbeitsgruppen und Aktivwerkstätten rund um die Landwirtschaft und das Essen der Zukunft. Parallel bot das Stadt Land Food-Festival für gutes Essen und gute Landwirtschaft interessante Märkte und Werkstätten.

2015

5. Wir haben es satt!-Demo

50.000 Menschen fordern den Stopp von Tierfabriken, Gentechnik und TTIP

Am 17. Januar gingen in Berlin zum fünften Mal Bäuerinnen und Bauern mit Imker*innen und Verbraucher*innen für eine grundlegend andere Agrarpolitik auf die Straße. Das Bündnis forderte von der Bundesregierung eine klare Absage an das EU-USA-Handelsabkommen TTIP, einen wirksamen gesetzlichen Schutz der Land- und Lebensmittelwirtschaft vor der Gentechnik sowie den sofortigen Stopp des weiteren Ausbaus von Mega-Ställen. Ein Traktorenkonvoi mit über 90 Traktoren führte den Zug  der rund 50.000 Demonstrant*innen an. [Fotos]

Kirchentag und G7

Meine Landwirtschaft auf Sommertour in Süddeutschland

In der ersten Juniwoche war Meine Landwirtschaft auf Sommertour: Erst beim Evangelischen Kirchentag in Stuttgart, dann bei den Protesten gegen den G7-Gipfel in und um München. Auf Bauernhöfen rund um Stuttgart haben wir zunächst Gemüse für die Kochaktion „Teller statt Tonne“ auf dem Kirchentag gesammelt. Später haben wir dort ein Theaterstück initiiert, bei dem es rund um Lebensmittelverschwendung, Tierhaltung und Antibiotika ging. Bei Demonstration und Alternativgipfel zum G7 gaben wir dem bäuerlichen Widerstand eine Stimme und brachten die Forderungen nach weniger Antibiotika-Einsatz, besserer Tierhaltung und gerechtem Welthandel auf die Straße.

Ma(h)lzeit

Bundesweite Aktion für gutes Essen ohne TTIP, Gentechnik und Tierfabriken

Vom 11.-13. September waren Erzeuger*innen und Verbraucher*innen aufgerufen, Freund*innen und Bekannte zu einer Ma(h)lzeit einzuladen. Dabei ging es darum zu Hause, an einen Brennpunkt der Agrarindustrie, auf dem nächsten Marktplatz, auf der Streuobstwiese oder im Stall gemeinsam zu essen. Bei gutem Essen ohne Tierfabriken, Gentechnik und TTIP gab es so Zeit, um über die Zutaten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu diskutieren! Das daraus entstandene erste „Wir haben es satt!“-Kochbuch wurde bei der Wir haben es satt!-Demo im Januar 2016 an Landwirtschaftsminister Schmidt übergeben.

Politischer Suppentopf

2. Auflage der Workshopreihe Politischer Suppentopf

In enger Zusammenarbeit mit dem INKOTA-netzwerk haben wir in acht Städten Initiativen und Interessierte zusammengebracht, die sich in ihren Regionen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und neue Wege der Ernährung einsetzen. Gemeinsam haben wir so Visionen entwickelt. Der großer Suppentopf von Aktivist und Koch Wam Kat stand bei den Workshops der Veranstaltungsreihe im Mittelpunkt. Rund um diesen wurde geschnippelt, diskutiert und die Frage beantwortet: "Wie wollen wir Stadt und Land in Zukunft ernähren?"

2014

4. Wir haben es satt!-Demonstration

Über 30.000 Menschen fordern Kurswechsel in der Agrarpolitik

Pünktlich zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche zogen am 18. Januar zur Wir haben es satt!-Demo erneut mehr als 30 000 Menschen vor das Kanzleramt in Berlin. Die Demonstrant*innen forderten, angeführt von hunderten Bäuerinnen und Bauern und 70 Traktoren, von Bundeskanzlerin Merkel und Vizekanzler Gabriel einen Kurswechsel in der Agarpolitik. Statt weiterhin Klientelpolitik für die Agrarindustrie zu betreiben, müsse die Bundesregierung für eine soziale, tiergerechte und ökologische Agrarwende eintreten, so der Tenor. In der Kritik stand insbesondere das geplante TTIP-Freihandelsabkommen, das Chlorhühnchen, Hormonfleisch und Gentechnik durch die Hintertür bedeutet hätte. [Fotos]

Politischer Suppentopf

Workshop-Reihe wird an neun Orten fortgesetzt

Im Februar 2014 haben wir den vorerst letzten Workshop aus unserer Reihe „Politischer Suppentopf“ durchgeführt. Seit November 2013 wurde in enger Zusammenarbeit mit dem INKOTA-Netzwerk und zahlreichen regionalen Partner*innen an neun Orten in ganz Deutschland über gutes Essen diskutiert. Vor Ort stellten sich lokale Initiativen und Projekte vor und es wurde gemeinsam geschnippelt, gekocht und über eine zukunftsfähige Landwirtschaft diskutiert.

Agrarministerkonferenz in Cottbus

Proteste gegen Tierfabriken und Pestizide

Am 4. April nahmen über 250 Menschen an einer Kundgebung anlässlich der Agrarministerkonferenz in Cottbus teil. Unter dem Motto „Stoppt Massentierhaltung in Brandenburg!“ hatte das Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg zur Demonstration aufgerufen. Gemeinsam machten Bäuerinnen und Bauern, Schäfer*innen und viele engagierte BürgerInnen deutlich: Brandenburg darf nicht zum Massentierhaltungs-Land Nr. 1 werden. Gleichzeitig riefen sie die versammelten Minister*innen auf, den Pestizideinsatz massiv zu reduzieren.

Wir haben es satt! in Haßleben

Demonstration gegen geplanten Megastall mit 36.000 Schweinene

Am 29. Juni fand eine Wir haben es satt-Demo im brandenburgischen Haßleben statt. Grund hierfür: Ein geplanter Megastall mit 36.000 Plätzen für Schweine sollte dort in Betrieb genommen werden - ein Symbol von verfehlter Agrarpolitik! Trotz Regen kamen etwa 1.000 Menschen, um gemeinsam für die Abkehr von der industriellen Tierhaltung zu demonstrieren. Von der rot-roten Regierung in Brandenburg forderten sie, die Genehmigung der Mastanlage auf den Prüfstand zu stellen. Denn die naturschutz- und brandschutzfachlichen Voraussetzungen für die Tierfabrik wurden nie ausreichend geprüft, weswegen sie erst gar nicht gebaut werden dürfte.

 

Wir haben es satt!-Demo in Dresden

Über 3.000 Menschen für gutes Essen und zukunftsfähige Landwirtschaft

Am 5. Juli gingen mehrere Tausend für gutes Essen und eine zukunftsfähige, gerechte Landwirtschaft in Dresden auf die Straße. Auf der Demo setzten sich verschiedene Redner*innen für ein Ende der Massentierhaltung, gegen TTIP und dessen Folgen für die Landwirtschaft und Ernährung ein. Die Demonstrant*innen forderten eine Neuordnung der Agrarsubventionen, die Förderung von Klein- und JungbäuerInnen sowie eine ökologischere Landwirtschaft. Die Demonstration war das erste gemeinsame Projekt des kurz zuvor gegründeten Agrar- und Verbraucher*innenbündnis Meine Landwirtschaft Sachsen.

Wir haben es satt!-Demo in Potsdam

3.000 Menschen fordern: Massentierhaltung abwählen!

Auf Potsdams erster Wir haben es satt!-Demonstration am 31. August forderten 3.000 Demonstrant*innen die Abkehr von der Agrarindustrie hin zu einer bäuerlichen, tier-, natur- und umweltgerechteren Landwirtschaft. Im Vorfeld der Agrarministerkonferenz in Potsdam (3.-5. September) und der Brandenburger Landtagswahl forderten die Teilnehmer*innen: Massentierhaltung abwählen! Vom Potsdamer Hauptbahnhof zog die Demo, angeführt vom Traktorkonvoi durch das Zentrum von Brandenburgs Landeshauptstadt zur Abschlusskundgebung. Die brandenburgische Agrarpolitik fördert die Agrarindustrie in Form von Mega-Tiermastanlagen, monotone Fruchtfolgen und riesige Agrarholdings, die das Land unter sich aufteilen. Das muss sich ändern!

Wir haben es satt!-Demo in Erfurt

800 Menschen gegen Tierfabriken und Landkonzentration

In Erfurt bekannten 800 DemonstrantInnen am 5. September kurz vor den Landtagswahlen Farbe und demonstrierten gegen die bestehende Agrarpolitik. Besonders kritisieren die Bäuerinnen und Bauern, Tier- und Umweltschützer*innen sowie die zahlreichen Verbraucher*innen die neuen Tierfabriken, die durch die Landespolitik angeworben wurden. Außerdem in der Kritik stand die Landvergabepolitik der thüringischen Landesregierung, von der vor allem Großkonzerne und Investoren profitieren. Die Demonstration machte deutlich: Auch in Thüringen müssen die Weichen für eine Agrarwende gestellt werden.

Wir haben es satt!-Kongress

Alte und junge Leute aus Stadt und Land kommen zusammen und diskutieren

Vom 2.-5. Oktober, dem Erntedank-Wochenende diskutierten in Berlin-Kreuzberg über 500 Menschen über Alternativen zum bestehenden Agrarsystem. Konventionelle und ökologisch arbeitende Bäuerinnen und Bauern, Imker*innen, Tier- und Umweltschützer*innen und internationale Gäste stellten Alternativen zur industriellen Lebensmittelproduktion vor. Zur Sprache kamen Solidarische Landwirtschaft-Projekte, Modelle für eine faire Marktregelung, Initiativen zum Saatgut-Erhalt und zur Bodenvergabe. In über 20 Arbeitsgruppen wurden Themen vertieft und in Großgruppen Forderungen der Bewegung an die Agrarpolitik diskutiert, die anschließend an die Politik übergeben wurden. Parallel zum Kongress fand rund um die Markthalle Neun das Stadt Land Food-Festival statt.

2013

3. Wir haben Agrarindustrie satt!-Demo

25.000 Menschen fordern grundlegende Agrarreformen

Am 19. Januar haben 25.000 Menschen in Berlin grundsätzliche Reformen in der Agrarpolitik gefordert. Im dritten Jahr in Folge zog der Demonstrationszug mit Transparenten und phantasievollen Kostümen zum Bundeskanzleramt. 70 Traktoren aus dem ganzen Bundesgebiet begleiteten den Protest. Bäuerinnen und Bauern, Verbraucher*innen und Imker*innen forderten gemeinsam, die Interessen der Industrie dürfen nicht in den Mittelpunkt der Politik zu stellen. Ihre Kritik: immer mehr Tierfabriken, Umweltschäden durch den Einsatz giftiger Pestizide, zunehmender Preisdruck und die negativen Auswirkungen auf die bäuerlichen Strukturen in den Ländern des Südens. [Fotos]

Aktion beim Agrarminister*innentreffen

Demonstrant*innen bereiten Minister*innen einen lautstarken, bunten Empfang

Mit Schildern und Sprechchören forderten am 22. Februar engegagierte Bürger*innen vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium die versammelten Minister*innen aus Bund und Ländern auf, sich für eine bessere EU-Agrarpolitik (GAP) einzusetzen. Dafür müssten sie die Pläne der EU-Kommission für eine ökologischere und gerechtere GAP-Reform. Subventionen sollten künftig nur an Betriebe gezahlt werden, die ökologische Mindestauflagen einhalten. Sie stellten in Kostümen Mais, Erbsen, Möhren, Äpfel, Bienen und Feldhasen dar, um ihre Forderung nach ökologischer Vielfalt auf den Äckern zu verdeutlichen.

Aktionstage in Straßburg

Vor dem Europäischen Parlament für ökologischere und gerechtere Agrarpolitik

Während die EU‐Abgeordneten für ihre letzte Debatte zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) im Europäischen Parlament zusammenkamen, versammelten sich am 12. und 13. März hunderte Landwirt*innen und Verbraucher*innen vor dem Parlamentsgebäude. Die Teilnehmer*innen, die aus 12 Staaten zusammengekommen waren, ermutigten die Abgeordneten eine ökologischere und gerechtere GAP auf den Weg zu bringen. Eine bunte Menschenkette vor dem Gebäude und eine Bootsdemo rundeten die Proteste ab. [Fotos]

Landgrabbing in Rumänien

Zehntägige europaweite Speakers-Tour in Kooperation mit Arc2020

Zusammen mit einer Übersetzerin reisten die rumänischen Bauernaktivist*innen Attila Szocs und Dan Cismas vom 21. bis 30. Arpil in acht Städte, darunter Paris, Wien, Brüssel, Amsterdam und Berlin. Bei den Veranstaltungen sprachen sie über die schwierige Situation für Bäuerinnen und Bauern in Rumänien und kritisierten die sozialen, ökologischen und ökonomischen Folgen der großflächigen Inbesitznahme von Land durch rumänische und ausländische Investor*innen.

Mir hams satt!-Demo in München

8000 bei Großdemo gegen Agrarindustrie und Flächenverbrauch

Unter dem Motto „Mir hams satt!“ demonstrierten am 13 Juli Bäuer*innen, Verbraucher*innen, Umweltschützer*innen und Imker*innen für eine echte Agrarwende und gegen den ungebändigten Flächenfraß. Rund 20 Traktoren führten einen bunten Demozug an, der von der Politik u.a. forderte den Bau neuer Massentierhaltungsanlagen und die weitere Zubetonierung und Verlärmung der Landschaft durch unnötige Verkehrsprojekte zu beenden und die bäuerliche Landwirtschaft und Imkerei in Bayern vor den Agrar- und Chemiekonzernen zu schützen.

Wir haben Agrarindustrie satt!-Aktionstage in Wietze

7.000 bei Demo zu Europas größtem Geflügelschlachthof

Vor den Bundestagswahlen war die Wir haben es satt!-Bewegung am größten Geflügelschlachthof Europas in Wietze, ein Symbol für eine völlig verfehlte industrielle Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion. Am Samstag, den 31.8. gab es im niedersächsischen Wietze eine bunte Demonstration mit einer Menschenkette um den Schlachthof und anschließendem Konzert. 7.000 Menschen forderten in Wietze Bauernhöfe statt Agrarindustrie. In den Tagen vor und nach der Demo fand ein Sommercamp statt, bei dem mit Workshops die Bewegung für eine bäuerliche Landwirtschaft weiter gestärkt, vernetzt und bekannt gemacht.

1. "Politischer Suppentopf"

Mehr als 80 Menschen zum Auftakt der Workshop-Reihe "Politischer Suppentopf"

Am 23. November 2013 diskutierten rund 80 Personen im ehemaligen Güterbahnhof in Berlin-Moabit lebhaft die Visionen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Parallel dazu wurde eifrig mit Kochaktivist Wam Kat Gemüse geschnippelt und eine leckere Suppe gekocht. Expert*innen-Inputs und die Vorstellung regionaler Initiativen rundeten das Ganze ab. Konkrete Ergebnisse des 1. "Politischen Suppentopfs" waren u.a. die Gründung eines regionalen Bündnisses "Meine Landwirtschaft Sachsen", das dann eine erfolgreiche Wir haben es satt!-Demonstration in Dresden mit 3.000 Teilnehmern auf die Beine gestellt hat. Der "Politische Suppentopf" wurde in Zusammenarbeit mit INKOTA organisiert.

2012

2. Wir haben es satt!-Demonstration

20.000 Menschen in Berlin für Bauernhöfe statt Agrarindustrie

Am 21. Januar demonstrierten in Berlin über 20.000 Menschen gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und Tierquälerei in Megaställen, also für eine bäuerliche und ökologische Zukunftslandwirtschaft. Anlass war der Agrarministergipfel, zu dem Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner im Rahmen der Grünen Woche Agrarminister*innen aus über 70 Ländern einlud. Verbraucher*innen, Umwelt- und Tierschützer*innen, Imker*innen, Bäuerinnen und Bauern sowie entwicklungspolitische Gruppen zogen unter dem Motto „Wir haben es satt! – Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ zum Kanzleramt und verlangten von Bundeskanzlerin Merkel eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik. [Fotos]

Agrarminister*innenkonferenz in Konstanz

Traktorkonvoi und Kundgebung

Am 26. April 2012 tagten in Konstanz die Agrarminister*innen der Bundesländer sowie Bundesministerin Ilse Aigner. Auf der Konferenz sollte eine deutsche Position zu den Vorschlägen des EU-Kommissars Dacian Ciolos zur zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) herausgearbeitet werden. Auch Meine Landwirtschaft war mit über 170 Schleppern vor Ort und veranstaltete gemeinsam mit der Aktion Agrarzukunft in Baden-Württemberg die Demonstration und Kundgebung.

Speakers-Tour "Wachsen oder Weichen"

Auslaufmodell industrielle Landwirtschaft? 3 Kontinente, 3 Bäuerinnen und Bauern, 3 Perspektiven

Vom 18. bis 30. Juni tourte unsere Speakers-Tour durch Deutschland und Belgien. Mit dabei waren Hellen Yego (Milch- und Maisbäuerin aus Kenia), Joe Borgerding (Milchbauer aus Minnesota/USA) und europäische Bäuerinnen und Bauern. Die Landwirt*innen diskutierten über die Auswirkungen der globalisierten Landwirtschaft sowie den Einfluss der europäischen Agrarpolitik auf diese Entwicklung. Dabei wurde deutlich: Ein Systemwechsel in der zur Reform stehenden Gemeinsamen EU-Agrarpolitik ist unerlässlich, um Ernährungssicherheit und Lebensmittelsouveränität in Europa und weltweit zu gewährleisten und Antworten auf die Umweltkrise und den Klimawandel zu liefern.

Good Food-March 2012

Radtour und Aktionen von München nach Brüssel

Der Good Food March 2012 war eine europaweite Aktion für eine faire und nachhaltige Lebensmittel- und Landwirtschaftspolitik. Mit Fahrrädern und Traktoren ging es quer durch Europa bis vor das Europäische Parlament in Brüssel, um dort deutlich zu machen, dass wir bei den Entscheidungen zur EU-Agrarpolitik mitreden wollen. Während der Touretappen fanden unterschiedliche Aktionen, wie Demonstrationen, Kundgebungen und Diskussionsveranstaltungen in den Städten und auf dem Land statt.

Wir haben es satt!-Demo in Hannover

Bürger*innen und Bäuerinnen und Bauern für eine neue, faire Agrarpolitik in Niedersachsen

2.000 Menschen demonstrierten am 10. November gemeinsam mit etlichen Traktoren in Hannover, um ein deutliches agrarpolitisches Zeichen für die Landtagswahlen im Januar 2013 zu setzen. Ein breites Bündnis aus Landwirtschafts-, Umwelt-, Imker*innen-, Tierschutz-, Verbraucher*innen-, Eine-Welt-Organisationen und Bürgerinitiativen riefen zu der Demonstration auf. Gemeinsam forderten sie agrarpolitische Rahmenbedingungen, die eine qualitativ hochwertige Lebensmittelerzeugung, tiergerecht, gentechnikfrei, klima- und umweltverträglich und solidarisch mit den Kleinbäuerinnen und -bauern in der Welt zu fairen Preisen ermöglicht und sich gegen den Zwang des Wachsens oder Weichens stellt.

2011

1. Wir haben es satt!-Demo

22.000 Menschen fordern eine grundlegende Reform der Agrarpolitik, die Abkehr von der industrialisierten Landwirtschaft und besseren Verbraucherschutz

Die erste Wir haben es satt!-Demo fand am 22. Januar 2011 statt. Bei der bis dahin größten Demonstration dieser Art zogen Bauern und Bäuerinnen, Umweltschützer*innen, Imker*innen und Verbraucher*innen gemeinsam vom Berliner Hauptbahnhof zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor. Mit 60 Bussen, unzähligen Zügen und über 60 Traktoren waren Tausende Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet zu der Demonstration angereist. Anlass der Demonstration war die von der Bundesregierung ausgerichtete Agrarwirtschaftskonferenz, die auf der "Grünen Woche" in Berlin in der selben Woche begonnen hatte. [Fotos]

Bauernsternfahrt quer durch Deutschland

Bauernfrühstück vor dem Kanzleramt in Berlin zum Abschluss der zehntägigen Tour

400 Bäuerinnen und Bauern standen am 9. Juni mit Schleppern und Transparenten, einem Fischkutter, Kuhglocken und Schifferklavier und mit einiger Wut im Bauch vor dem Kanzleramt. Auch städtische Sympathisant*innen, ein Staatssekretär und allerlei Abgeordnete waren zu dem Bauernfrühstück gekommen, um über die Zukunft der Landwirtschaft zu diskutieren. Die Kanzlerin war verhindert, lud aber zu einer Diskussion zu einem späteren Zeitpunkt ein. Die Sternfahrer*innen waren zehn Tage lang mit ihren Schleppern durch die Republik getourt.

Aktion zur Agrarministerkonferenz in Suhl

Bei der ersten Agrarministerkonferenz, nach der Veröffentlichung der Vorschläge von EU-Kommissar Ciolos zur EU-Agrarpolitik, in Suhl demonstrierten Meine Landwirtschaft und Campact sowie der BDM und zahlreiche Bürger*innen und Bäuerinnen und Bauern. Sie forderten „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“. Eine Darstellerin mit einer Maske von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) verfütterte Geldbündel an Pappkühe, die halb wie Kühe und halb wie Industriefabriken aussahen. Daneben forderten Aktive von Campact und unserer Kampagne mit Schildern und Transparenten „Agrarfabriken nicht länger zu mästen“. Über 50.000 Menschen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits im Internet an Aigner appelliert, die Reform der EU-Agrarpolitik nicht länger zu blockieren. Die Demonstranten versuchten die Unterschriften in Suhl an die Bundeslandwirtschaftsministerin zu übergeben.