Das Sterben des Lebensmittelhandwerks: Folgen für Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Umwelt
Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Lebensmittelhandwerksbetriebe in Deutschland um 40% zurückgegangen. Beispielsweise weichen immer mehr kleine, handwerkliche Bäckereien großen Industrieunternehmen oder werden von Supermarktketten übernommen. Mittlerweile erwirtschaften Großunternehmen mehr als 80% des Gesamtumsatzes der Lebensmittelverarbeitung. Dabei sind kleine und mittlere Unternehmen für die verlässliche Versorgung der Bevölkerung, die regionale Wertschöpfung, die Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie den Umweltschutz von großer Bedeutung. Die Politik ist nun gefordert, den Strukturwandel aktiv zu gestalten, um dadurch die Resilienz und Nachhaltigkeit des Ernährungssystems in Deutschland zu sichern.
In der Veranstaltung wird ein aktuelles Gutachten der Humboldt-Professur für Nachhaltige Ernährungswirtschaft der Universität Freiburg vorgestellt, welches sich mit diesem tiefgreifenden Strukturwandel in der Lebensmittelverarbeitung befasst. Es ist das Resultat von 12 Monaten Recherchen und Auswertungen, unter Konsultation zahlreicher Expert*innen und Fachverbände aus ganz Deutschland. Im Fokus stehen die gravierenden Herausforderungen und Veränderungen in Marktstruktur, Beschäftigungs- und Ausbildungssituation in der Lebensmittelverarbeitung. Politische Instrumente zum Erhalt eines vielfältigen Verarbeitungssektors werden auf ihre Wirksamkeit überprüft. Das Gutachten schließt mit konkreten Handlungsempfehlungen an Politik, Unternehmen und Branchenverbände, um die nachhaltige Entwicklung der Lebensmittelverarbeitung in Deutschland zu sichern.
Wir laden Sie herzlich ein, im Anschluss an die Veranstaltung an einem informellen Austausch bei Snacks und Getränken teilzunehmen.
Vortrag
Termin
10.11.2025
Veranstalter
Heinrich-Böll-Stiftung
Ort
Berlin